Die gängigen medikamentösen Migränepropylaxen/Standardprophylaxen sind zur Zeit :
Mittel der ersten Wahl:
1. Betablocker
2. Flunarizin
3. Topiramat ( Handelsname Topamax)
4. Valproinsäure /Valproat
5. Botox bei chronischer Migräne siehe Thread Info- Botox
Mittel der 2. Wahl :[/U][/I][/COLOR]
6.Amitriptylin (wird auch unter Mittel der ersten Wahl eingestuft)
7. Venlafaxin
8. Gabapentin
9. Acetylsalicylsäure
10. Naproxen
11. Magnesium
12. Vitamin B 2
14. als neuste Prophylaxe werden CGRP-monoklonale Antikörper (Migränespritze) eingesetzt.
Diese Medikamente sind außer Magnesium und Vitamin B 2 verschreibungspflichtig
1. Betablocker
Unterteilt in :
- Metoprolol
- Propranolol
- Bisoprolol
Betablocker sind Medikamente gegen Herzerkrankungen.
In der Migräneprophylaxe gelten sie als Mittel der ersten Wahl.
Am besten ist die prophylaktische Wirkung für die Betablockermedikamente Metoprolol und Propranolol belegt und auch am längsten erforscht.
Bei bestimmten Erkrankungen wie arterielle Hypotonie, bestimmte Herzrhytmusstörungen, Bradykardie, COPD, Asthma bronchiale dürfen sie nicht gegeben werden.
Häufig werden als Nebenwirkung Müdigkeit ( daher die Einnahme Abends zu empfehlen ) und Gewichtszunahme angegeben, aber auch verlangsamter Puls (Bradycardie), Asthmaanfälle, depressive Verstimmungen, Alpträume, Schlafstörungen, Atemnot und Gedächtnisstörungen können auftreten.
Auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten muss geachtet werden. So dürfen auch keine MAO-Hemmer eingenommen werden.
Bei Diabetikern ist besondere Vorsicht geboten.
Betablocker dürfen nur langsam hochdosiert werden und dürfen auf keinen Fall plötzlich abgesetzt werden, sondern langsam ausschleichen.
Metoprolol:
Handelsname z.B. Beloc, Lopresor, Jutabloc
Dosierung: 50-200 mg
Propranolol:
Handelsname z.B. Dociton, Obsidan,
Dosierung: 40-240 mg
Bisoprolol:
Handelsname :z.B. Bisobeta, Bisohexal
Dosierung: 50-20 mg
Quelle und mehr Infos unter
http://medikamente.onmeda.de in der Suchfuntion den jeweiligen Medikamentenname eingeben
2. Flunarizin
ist ein Medikament aus der Gruppe der Kalzium-Antagonisten ( Durch diese Substanzen wird eine Zusammenziehung der Muskulatur der Blutgefäße verhindert )
Flunarizin gilt auch als Mittel der ersten Wahl, eine migräneprophylaktische Wirkung gilt ebenfalls als sehr gut belegt.
Wenn Betablocker als Prophylaxe nicht möglich ist bzw. Betablocker keine genügende Wirkung gezeigt, wird häufig Flunarizin gegeben.
Flunarizin darf nicht bei Depessionen, Parkinson oder Schlaganfall verabreicht werden.
Häufigste Nebenwirkungen sind u. A. Gewichtszunahme, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Angstzustände, in seltenen Fällen Depressionen und Bewegungsstörungen.
Dosierung: 5 - 10 mg
Handelsnamen : Flunarizin, Sibelium
siehe auch
https://www.onmeda.de/therapie/wirkstoffe/flunarizin-id203611/
3. Topimarat ( Topamax)
Topimarat ist ein Antieleptika, welches als ,,Nebenwirkung" eine Minderung der Migräne aufweist. Wird auch beim Cluster-Kopfschmerz als Prophylaxe gegeben.
Wird ebenfalls als Mittel der ersten Wahl gehandhabt und eingesetzt, wenn Betablocker nicht genommen werden dürfen.
Ein Risiko besteht bei Patienten mit einer Veranlagung zu Nierensteinbildung, bei erhöhten Calciumwerten im Urin, eingeschränkter Leberfunktion, sie dürfen Topimarat nur unter besonderer Vorsicht und strenger ärztlicher Kontrolle erhalten.
Patientinnen, die neben Topiramat gleichzeitig die Pille nehmen, kann die Wirksamkeit der Pille vermindert werden und es kann zu verstärkten Durchbruchblutungen kommen.
Häufige Nebenwirkungen sind :
- Kribbeln, besonders in Armen und Beinen, kann man mit kaliumreicher Ernährung (Bananen, Trockenobst) lindern
- Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Schwindel, Gangunsicherheit, Benommenheit, Gedächtsnisstörungen, Depressionen, Sehstörungen,Verwirrtheit, Nierensteinbildungen, Zittern
Auch Topamax darf nur langsam hochdosiert und darf auf keinen Fall plötzlich abgesetzt werden, sondern muss langsam ausgeschlichen werden.
Dosierung: 50 - 100 mg ( kann auch bis 200 mg hochdosiert werden)
Handelsname : Topamax
Topamax sollte nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden, siehe dazu:
weitere Informationen zu Topamax siehe auch
https://www.onmeda.de/therapie/wirkstoffe/topiramat-id204528/
4. Valproinsäure/ Valproat
ist ebenfalls ein Epilepsiemedikament. Kann auch als Prophylaxe bei Clusterkopfschmerz eingesetzt werden.
Darf nicht bei Lebererkrankungen, schweren Bauchspeicheldrüsenfunktionsstörungen und Blutgerinnungsstörungen gegeben werden.
Nebenwirkungen, die auftreten können sind z.B. Zittern, Haarausfall, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Gangunsicherheit, Wassereinlagerung, Blutbildveränderung, Verwirrtheit und Müdigkeit.
Valproinsäure kann die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinflussen.
Gerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar können in ihrer Wirkung erheblich verstärkt werden, so dass in diesem Fall besondere Vorsicht und eine Dosisanpassung geboten sind.
Auch hier langsam hochdosieren, nicht plötzlich absetzen , sondern langsam ausschleichen.
Dosierung: 600-1.800 mg lt DMKG / 500-600 mg lt. Prof. Göbel
Handelsname : z.B. Ergenyl
siehe auch
https://www.onmeda.de/therapie/wirkstoffe/valproinsaeure-id204321/
5.Amitriptylin
Amitiptylin ist ein Medikament aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, wird aber auch zur langfristigen Schmerzbehandlung und bei Spannungskopfschmerzen eingesetzt.
Als Migräneprophylaxe gilt Amitriptylin als Mittel der ersten oder zweiten Wahl.
Darf nicht bei Engwinkelglaukom, gutartiger Prostatavergrößerung mit Restharnbildung und/oder Harnverhaltung, Verengung des Magenausgangs, krampfbedingtem Darmverschluss, akuter Alkohol-, Barbiturat- und / oder Opiatvergiftung, nach einem Herzinfarkt und bei bestimmten Herzerkrankungen eingenommen werden.
Vorsicht ist geboten bei schwerer Beeinträchtigung der Leber- oder Nierenfunktion, Neigung zu epileptischen Krämpfen, Störungen der Blutbildung und psychischen Störungen aufgrund einer hirnorganischen Ursache. Bei diesen Erkrankungen bedarf es einer ständig ärztlichen Kontrolle.
Bestimmte Medikamente dürfen nicht mit Amitriptylin genommen werden ( wie Cisaprid, MAO-Hemmer )
Nebenwirkungen sind u. A. Schwindel, Müdigkeit, Zittern, Magen-Darmstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Gewichtszunahme, Unruhe und Verwirrtheit.
Am besten ist Amitryptilin als Retardversion abends einzunehmen, wird in der Regel so besser vertragen.
Dosierung : 50- 150 mg
siehe auch
https://www.netdoktor.de/medikamente/amitriptylin/
7. Venlafaxin
Venlafaxin wird bei Depressionen und Angstzuständen gegeben und ist ein Mittel aus der Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI).
Es wird auch als Prophylaxe bei Spannungskopfschmerzen und Migräne eingesetzt.
Venlafaxin darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden.
Vorsicht ist geboten z.B. bei Leberzirrhose, schwerer Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion, Krampfanfällen.
Bei der zusätzlichen Einnahme von Triptanen, Medikamenten aus der Gruppe SNRI, SSRI und Medikamente die Lithium besteht die Gefahr eines Serotonin-Syndroms.
Als Nebenwirkungen können z.B. Schwäche, Schwindel, Nervosität, Blutdruckabfall und Wahnvorstellungen auftreten.
Das Medikament sollte langsam auf dosiert, bzw. langsam aus geschlichen werden.
Dosierung: 75-150 mg
Handelsname : Trevilor retard
Mehr unter:
https://www.netdoktor.de/medikamente/venlafaxin/
8. Gabapentin
Gabapentin wird bei Epilepsie und Schmerzen, die durch Nervenschädigungen verursacht wurden, gegeben.
Darf nicht genommen werden z.B. bei stark eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, akute Bauspeicheldrüsenentzündung, Absencen.
Nebenwirkungen sind u. A. Schwindel, Müdigkeit, Magendarmprobleme, Gewichtszunahme, Depressionen.
Bei gleichzeitiger Gabe von calcium- und magnesiumhaltigen Antacida ( Mittel zur Reduzierung der Magensäure, können eine Wechselwirkungen auftreten.
Dosierung: bis 2400 mg
weitere Infos unter:
https://www.netdoktor.de/medikamente/gabapentin/
9. Acetylsalicylsäure
Als Prophylaxe sind täglich 300 mg einzunehmen. Als Akutschmerzmittel ist diese Dosis zu gering.
Dosierung: 300 mg
Weitere Infos:
https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/wirkstoffe/acetylsalicylsaeure-ass-wie-die-arznei-wirkt-wichtige-hinweise-717925.html
10. Naproxen
Zu Napoxen nähere Infos unter
andere Schmerzmittel * Info Akutbehandlung - Naproxen
Dosierung als Prophylaxe : 500-1.000 mg lt. DMKG / 500 mg lt. Prof. Göbel
11. Vitamin B 2 (Riboflavin) mit Magnesium
Ist besonders für Kinder und Jugendliche geeignet, aber auch für diejenigen, die noch nicht lange an Migräne leiden oder kaum Migräneprophylaxen eingenommen haben.
Es gibt dazu Studien die die Wirksamkeit belegen.
Man kann Vit B2 mit Magnesium entweder einzeln beziehen oder als Kombipräperat ( Migravent ) einnehmen. Allerdings enthält Migravent noch andere Zusatzstoffe.
Einzeln genommen beginnt man mit Vit B 2 für ein halbes Jahr mit einer Dosies von 400 mg ( morgens und abends je 200 mg ) und 300 mg Magnesium. Nach diesem halben Jahr wird die Vit B 2 Dosis auf 300 mg ( 200 mg morgens und 100 mg abends ) reduziert, Magnesium weiter so eingenommen. Nach einem weiteren halben Jahr kann die Vit B 2 Dosis auf 200 mg ( morgens uns abends je 100 mg) minimieren.
Für Kinder gelten andere Dosierungen, Dosierung richtet sich nach dem Alter des Kindes.
Magnesium wird auch als Pulver, als Tabletten und als Brausetabletten angeboten. Man sollte bei Magnesiumpräperaten darauf achten um welches Magnesium es sich handelt, nicht jedes Magnesiumpräperat, welches im Handel angeboten wird ist gleich gut. ( siehe unten )
Vitamin B 2
wird auch Laktoflavin genannt und ist ein Vitamin aus dem B-Komplex. In einigen Nahrungsmitteln wie Milch und Milchprodukte ist es reichlich enthalten, aber auch in Fleisch und Fisch.
Vitamin B 2 ist wichtig für den Stoffwechsel. Das Vitamin unterstützt dass
Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette in Energie umgewandelt wird, ebenso bei Vitamins B 6 und Niacins.
Zu viel Vitamin B 2 wird über die Nieren ausgeschieden; schädliche Nebenwirkungen bei Überdosierung sind nicht bekannt.
Vitamin B 2 ist lichtempfindlich daher dementsprechend lagern.
Nebenwirkungen:
so gut wie keine. Gelbfärbung des Urins ist normal und unbedenklich. Eventuelle Lichtempfindlichkeit und Magen-Darmbeschwerden können auftreten
12. Magnesium
Wichtig zu wissen
Magnesium gibt es in unterschiedlichen Varianten auf dem Markt, als Magnesiumcarbonat oder Magnesiumcitrat.
Das ,,bessere" Magnesium ist das Magnesiumcitrat, weil es besser vom Körper aufgenommen und verwertet wird.
In vielen Discountern oder Lebensmittelgeschäften wird das Magnesiumcarbonat angeboten, welches im Preis auch günstiger ist. In den Apotheken (auch online) ist das teurere, aber bessere Magnesiumcitrat zu beziehen.Man kann sich auch Magnesiumcitrat als Pulver bestellen und selbst abwiegen. Dabei muss dementsprechend umgerechnet werden, z.B. entsprechen 3,5 g Citrat 300 mg (übliche Dosis, die genommen werden sollte)
Magnesium hat viele wichtige Funktionen für den Körper und spielt zum Beispiel eine Rolle bei der Knochenbildung und bei der Muskelarbeit.
Daher muss Magnesium dem Körper täglich in genügender Menge zugeführt werden damit kein Magnesiummangel entsteht. Magnesium ist in Nahrungsmitteln sowie im Trinkwasser in unterschiedlichen Mengen enthalten. Die Magnesiumresorption findet im oberen Dünndarm statt und wird über die Niere ausgeschieden.
Ein Magnesiummangel zeigt sich z.B durch Muskelkrämpfe / Wadenkrämpfe, auch durch Nervosität und Konzentrationsschwäche. Ob tatsächlich ein Magnesiummangel besteht, der mithilfe von entsprechenden Präparaten ausgeglichen werden sollte, kann jedoch nur ein Arzt entscheiden.
Bei einer längerfristigen Magnesiumeinnahme sollte eine ärztliche Rücksprachen erfolgen, da es zu Wechselwirkungen und/oder Nebenwirkungen kommen kann. Zuviel eingenommenes Magnesium scheidet der Körper wieder aus.
Magnesiummangel löst Ruhelosigkeit, Muskelkrämpfe, Nervosität, Müdigkeit, Kopfschmerzen, allgemeines Schwächegefühl, Konzentrationsmangel, Herzrhythmusstörungen und Reizbarkeit aus.
Ein höherer Bedarf kann über Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Leichter Magnesiummangel kann während einer Schwangerschaft, im Leistungssport oder bei schweren Erkrankungen auftreten. Schwere Mangelzustände können von langdauerndem Durchfall, Nierenfunktionsstörungen, bestimmten Diuretika (Wassertableten), chronischen Darmentzündungen, Kortikoiden , schlecht eingestelltem Diabetes oder durch eine Fehlernährung beim Alkoholismus kommen.
Nebenwirkungen sind Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden, eine Überdosierung macht sich zusätzlich durch Müdigkeit und Pulsverlangsamung bemerkbar. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen und Nierenfunktionsstörung darf kein Magnesium genommen werden.
Wechselwirkungen
Magnesium sollte nicht gleichzeitig mit bestimmten Antibiotika genommen werden,
( Tetracycline, Wirkstoffgruppen der Aminoglykosid-Antibiotika, Penicillamin, Nitrofurantoin) weil eine wechselseitige Hinderung der Aufnahme besteht.
Vorsicht auch bei der gleichzeitigen Einnahme von Herzglykosiden (bei Herzmuskelschwäche), Psychopharmaka Chlorpromazin und Isoniazid (Tuberkulose-Mittel)
Vorsicht auch bei Nierenfunktionsstörungen und Einnahme mit zusätzlich anderen magnesiumhaltigen Mitteln wie :
kalziumhaltige Medikamente (Osteoporosemittel), Abführmittel, säurebindende Mittel und kaliumsparenden Entwässerungsmitteln
Die Blutkonzentration von Magnesium oder Kalzium kann ansteigen.
Quellen
https://www.onmeda.de/therapie/wirkstoffe/magnesium-id204599/
http://de.wikipedia.org/wiki/Magnesium