Das Migräneforum

I. DISKUSSIONSTEIL ** Öffentlich lesbar ** => Sonstiges zu Migräne/Kopfschmerzen- Austausch => Thema gestartet von: Moon 44 am 10:59, 25.02.2011

Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Moon 44 am 10:59, 25.02.2011
Hallo ,
hab mir mal vor Jahren so ein Taschenbüchle mit lauter klugen Sprüchen besorgt. " Die Egoistenbibel" von einem Josef Kirschner.

Da kommt auch mal der Satz  vor " Du bist eins mit Krankheit und Schmerz " .
Was kann das heißen ?
Das man es so annimmt wie es kommt. Daß man sich zum Beispiel  keinen Kopf mehr über seinen Kopf machen sollte ?
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Ann am 11:05, 25.02.2011
Ich denke ja. Man soll seinen schmerz annehmen so in der art kann ich mir vorstellen, dass das gemeint ist. Lernen mit dem schmerz zu leben, ihn nicht als "feind" zu betrachten.

Ich hatte so etwas ähnliches schon anderswo schon mal gelesen, und denke, dass es so in diese richtung des annehmen des schmerzes gemeint ist. Der schmerz allerdings nicht als mittelpunkt, sondern dazugehörig, er besteht, aber bestimmt nicht das leben.....
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: mel am 11:20, 25.02.2011
krankheit und schmerz sind ein teil von dir, du bist eins.
annahme und akzeptanz sind wichtig.

steht da noch mehr, moon?
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Moon 44 am 11:33, 25.02.2011
Ja seh grad das ist auch in gesamter Ausführung online.

Bitteschön  mach ich mal den Guttenberg   :d .

Unter dem ersten Kapitel mit der Überschrift
Zitat" Die große Einheit " steht :

 3. Du bist eins mit Dir. Du bist eins mit Körper und Geist. Dubist eins mit Krankheit und Schmerz, Leben und Sterben. Dubist eins mit gut und schlecht, Sieg und Niederlage, Freund undFeind. Du bist eins mit Ort und Zeit und mit allem, was Du tust.Wenn Du mit allem eins bist, ist nichts gegen Dich.


--------- >   " Zuerst ich dann die Anderen "

   (http://www.scribd.com/doc/22260213/Die-Egoisten-Bibel)
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: mel am 11:41, 25.02.2011
manchmal ist man auch mit dingen eins sein, die man nicht mag, auch wenn ich mit dem schmerz eins bin, akzeptiere, dass er teil von mir ist, spielt er doch immer noch gegen mich.
akzeptiere ich, dass er zu mir gehört, kann ich auch gleich die segel hinschmeissen.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: mel am 11:51, 25.02.2011
ich zititier noch was aus dem büchlein:
ZitatGesundheit und Krankheit 1. Wenn Du gesund bist, tust Du alles, um nicht krank zuwerden. Wenn Du krank bist, hast Du nicht alles getan, umgesund zu bleiben.2. Wenn Du Dir selbst helfen kannst, hilfst Du Dir selbst. WennDu Dir nicht selbst helfen kannst, findest Du den besten Partner,der Dir hilft, wieder gesund zu werden.


Quelle: http://www.scribd.com/doc/22260213/Die-Egoisten-Bibel
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Ann am 11:59, 25.02.2011
Ich weiß, es gibt solche arten der sichtweise, mit der ich mich schwer tue.
Klar, wenn man an welcher krankheit auch immer erkrankt ist, muss man akzeptieren, dass man sie hat. Die augen zu verschließen nach dem motto, was ich nicht sehe, hab ich nicht, ist der falsche weg. In dieser hinsicht sollte man seine krankheit akzeptieren.
Aber man sollte auch "kämpfen" und nicht sich selbst von der krankheit bestimmen lassen. Klar, dass die lebensbedingungen je nach erkrankung sich für einen verändern und sein leben nicht mehr so ist wie vorher, das ist dann eben so.

Ich kann und sollte eine krankheit akzeptieren, aber einen schmerz kann ich nicht akzeptieren, gegen den kämpfe ich so gut und erfolgreich, wie es eben geht. Schmerz schadet mir, meiner psyche und meinem leben.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Peter am 16:58, 25.02.2011
Ich werde nie zulassen, das die Migräne mich soweit bringt, dass ich nur noch zu Hause sitze und ständig jammere, denn dann hätte ich verloren.
Gestern haben mich die Schmerzen für den Nachmittag k o gesetzt, heute habe ich wieder voll aufgedreht und mich nicht von dieser blöden Krankheit beeindrucken lassen, wo kommen wir denn hin, nur noch jammern und nichts tun!?
Titel: Antw:Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Moon 44 am 18:07, 25.02.2011
ZitatOriginal von Ann

Ich kann und sollte eine krankheit akzeptieren, aber einen schmerz kann ich nicht akzeptieren, gegen den kämpfe ich so gut und erfolgreich, wie es eben geht. Schmerz schadet mir, meiner psyche und meinem leben.

Hm aber ich frag mich manchmal ob das nicht wahnsinning viel Energie kostet die einem woanders dann  fehlt.Denke die Katrin hat sich aus einem ähnlichen Grund damals zurückgezogen.

Also nehmen wir doch mal Regel 9
"Du hörst auf die Signale Deines Körpers und Deiner Seele und
respektierst die Botschaft, die Du erhältst. "

Wenn ich mich nun mit meiner Verwandschaft streite und mein Kopf steht hinterher unter Hochspannung was ist die Botschaft ? Nur noch nach dem Motto  Friede Freude Eierkuchen leben ?
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Moon 44 am 11:27, 26.02.2011
Der Titel von dem Buch ist sicher etwas provokant aber nachdem es mit meinen eigenen Suggestionsmottos nicht so recht klappen will versuch ich mir mal jetzt jeden Tag eine Seite davon zu Gemüte zu führen.Vielleicht bringts ja doch  was oder man muß es so machen wie der eine TCMler vorgestern bei 3 Sat/Scobel meinte ,die Sachen in einem stärken die funktionieren.
Dieses " Du "  als Anrede hat mich nur immer ein bischen irritiert.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Ann am 12:45, 26.02.2011
Ich meinte, wenn man eine krankheit hat, muss man damit leben lernen und sollte nicht an ihr verzweifeln. Und damit leben lernen, so gut es geht, das beste daraus machen, sozusagen.

Mit diesem satz habe ich auch so meine schwierigkeiten:
 "Wenn Du krank bist, hast Du nicht alles getan, um
gesund zu bleiben".

Das ist so global. Es gibt solche und solche krankheiten. Wenn ich z.b. mich falsch ernähre, dementsprechend an übergewicht leide, können sich daraus krankheiten entwickeln. Meine falsche ernährungsweise verursachte die erkrankung. Aber, es gibt ja auch angeborenen erkrankungen, oder solche, die "einfach" auftauchen und nichts damit zu tun haben, dass man nicht alles getan hat, um gesund zu bleiben.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Mary am 17:43, 26.02.2011
also ich finde das auch ein bisschen vermessen zu sagen, wenn du krank bist hast du nicht alles getan...

Richtig finde ich, dass man lernen muss mit der krankheit zu leben, aber das heißt für mich nicht, dass ich aufhören, nach dingen zu forschen, die mir die sache erleichtern oder bessern.
aber ich will mich auch nicht von meiner krankheit so beeinflussen lassen, dass mein leben so stark eingeschränkt wird. leben will ich auch noch.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Knorpel am 14:45, 27.02.2011
Hallo, Ihr schreibt grade alle, es ist wichtig, die Krankheit anzunehmen, mit ihr zu leben, sich aber nicht von ihr bestimmen zu lassen.
Das mit dem Bestimmen ist für mich ein schwieriger Punkt. Krankheiten haben keine Persönlichkeit, also ist man selbst es, der bestimmt. Wenn man sich durch die Krankheit fremdgesteuert vorkommt, hat man ein Problem.
Aber jetzt trotz der Krankheit immerzu powern zu wollen, halte ich auch nicht für den richtigen Weg.
Krankheit und Schmerzen bedeuten eben auch Einschränkungen. Ich glaube, das ist es, was so schwer zu akzeptieren ist. Warum? Weil dahinter auch bei manchem von uns der Gedanke steckt: "Wegen ein paar Kopfschmerzen werd ich doch nicht mein Leben ändern".
Ich hab immer den krasseren Fall vor Augen, meinen Chef. Der kann sich nun mal gar nicht bewegen und hat auch ständig irgendwelche Schmerzen. Mit der Krankheit leben heißt für ihn, nicht an der Krankheit zu sterben. Er versucht ein normales Leben zu führen, aber im Rahmen seiner eingeschränkten Möglichkeiten. Die Möglichkeiten werden jedoch voll ausgeschöpft. :)
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Mary am 14:56, 27.02.2011
knorpel du hast natürlich recht, dass die krankheit uns schon manchmal lahm legt.
für mich ist es aber wichtig, nicht ängstlich auf den nächsten anfall zu warten, sondern die schmerzfreie zeit zu genießen.
und wenn ich mir etwas vorgenommen habe ziehe ich das auch meistens durch. da müssen dann eben die schmerzmittel ran.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Knorpel am 15:06, 27.02.2011
Ja, das meine ich mit Möglichkeiten nutzen.
Die Frage, ob es gut ist, trotz Migräne keine Pause zu machen, ist eine andere, sehr spezielle.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Ann am 19:02, 27.02.2011
knorpel, ich sehe das ähnlich wie du.
Krankheit annehmen lernen gilt ja für jede erkrankung. Z.b. ein diabetiker muss seine ernährung umstellen, wenn er insulin braucht, muss er es nehmen und kann nicht so weiter leben, wie vor der erkrankung.
Sich nicht von ihr bestimmen zu lassen, bedeutet für mich, sich nicht ins schneckenhäuschen zurück zu ziehen und sich nur noch mit der krankheit zu beschäftigen, alles negativ zu sehen, in selbstmitleid, weil man ja die krankheit hat zu zerfließen, man ist ja krank, also kann man nicht etc.
Titel: Antw:Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Peter am 22:18, 27.02.2011
Sich nicht von ihr bestimmen zu lassen, bedeutet für mich, sich nicht ins schneckenhäuschen zurück zu ziehen und sich nur noch mit der krankheit zu beschäftigen, alles negativ zu sehen, in selbstmitleid, weil man ja die krankheit hat zu zerfließen, man ist ja krank, also kann man nicht etc.[/quote]

So sehe ich das auch, Ann, du hast die Sache auf den Punkt gebracht.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Knorpel am 02:48, 28.02.2011
Das sehen sicherlich viele so. Gerade Migräniker tendieren leider zum genauen Gegenteil. Deshalb wollte ich mal eine Lanze für den Körper brechen, den wir bei all dem nicht überanstrengen dürfen. : )
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Mone am 15:04, 28.02.2011
Das ist doch alles sehr individuell. Wenn ich nur 4 Anfälle im Monat habe ist es leicht zu sagen, dass man sich von der Krankheit nicht beeinträchtigen lässt. Erst recht, wenn die Akutmedikamente gut anschlagen.

Ganz anders sieht es bei Migränikern aus, die viele Anfälle haben. Das konnte und wollte ich z.B. so nicht akzeptieren.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Knorpel am 15:06, 28.02.2011
Hallo Mone!
Ich habe nicht verstanden, was Du nicht akzeptieren konntest und wolltest. Daß es bei Migränikerinnen mit häufigen Anfällen anders aussieht?
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Mone am 15:20, 28.02.2011
Ja, also ich meine damit ich konnte und wollte dann nicht mehr "eins" sein mit dem Schmerz.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Mone am 15:21, 28.02.2011
... oder andersrum - ich kann schon akzeptieren, dass ich krank bin aber ich habe nicht das Gefühl, dass der Schmerz zu mir gehört-zumindest nicht bei sehr häufigen Anfällen.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Ann am 15:27, 28.02.2011
Beeinträchtigung einer krankheit ist für mich etwas anderes als sich von der krankheit bestimmen zu lassen. Wenn mein leben sich nur noch um die krankheit und nix anderes mehr dreht, ich in meiner krankheit dermaßen gefangen bin, dass ich für das "leben" kein interesse mehr habe etc.
Klar, je nach krankheit und schweregrad ist man beeinträchtigt. Z.B. darf ich durch meine augenerkrankung nicht mehr autofahren, klar, ich bin traurig darüber, genervt, weil ich ein stück selbstständigkeit verliere, aber ich muss es so annehmen und damit leben. Ich lasse mich aber nicht davon runterziehen, dass ich nun nicht mehr autofahren kann. Das leben geht weiter und mein interesse an anderen dingen ist dadurch nicht geschmälert worden.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Mone am 15:37, 28.02.2011
Ich habe eher so das Gefühl, dass ich der Krankheit sozusagen die Stirn bieten muss und dem etwas entgegensetzen sollte.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Knorpel am 15:54, 28.02.2011
Ann: Danke für die Erläuterung! Genauso sehe ich das auch!

Mone: Ich habe den Verdacht, daß genau diese Einstellung hier als nicht so gut hingestellt wird. Wenn man die Krankheit als Fremdkörper betrachtet, hat man noch mehr zu tun. Die Schmerzen sind so und so da. Man kann sie annehmen und sagen: Gut, dann schmerzt jetzt eben der Kopf. Oder man sagt: Scheiße, schon wieder diese Schmerzen, jetzt erst recht zeig ichs ihnen aber, die kriegen mich nicht runter usw.
Weil die zweite Variante nichts bringt, finde ich, kann man auch etwas entspannter damit umgehen, daß man Schmerzen hat.

Das heißt, wie Ann schon schreibt, nicht, daß man sich ständig mit ihnen beschäftigt. Im Gegenteil: Gegen sie ankämpfen zu wollen, bedeutet, sich mehr mit ihnen zu beschäftigen, als sein muß.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Mone am 17:33, 28.02.2011
Ups-jetzt sind die Beiträge wieder da.

Ich weiß ja nicht wie intensiv die Schmerzen be jedem von Euch und bei Dir so sind-aber ich sage es mal krass: Ein Sprung vom Dach erscheint mir oft als super Alternative.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: mel am 19:44, 28.02.2011
ich weiß von mir selber, dass man bei deiner ersten variante, knorpel, bei der akzeptanz des schmerzes, in einer art gleichgültigkeit verfallen und sich und mögliche therapien aufgeben kann, was bis zur depression bei mir geführt hat.
für mich ist der kampf wichtig, denn ich möchte nicht mein leben lang so schlimme anfälle haben, ich möchte etwas finden, das die schmerzen erträglicher macht.

aber ich verstehe auch deine/eure sichtweise.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Knorpel am 22:18, 28.02.2011
Da hast Du auch wieder recht, Mel. Wir sind auf dem Weg zum Mittelweg. ;) Sagen wir, man muß der Krankheit ihren Platz einräumen, aber nicht das ganze Leben und Denken.

@Mone: Dann ist der Schmerz ja sehr präsent und bleiben nicht viele Alternativen. Wie kannst Du in dem Zustand ankämpfen?
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Mone am 23:39, 28.02.2011
Knorpel-im Moment brauche ich nicht zu kämpfen. Ich habe eine Therapie gemacht, deren Erfolg noch anhält.
Wenn ich einen meiner starken Anfälle bekomme (derzeit nicht mehr als 4/Monat) hilft mir Sumatriptan.

Bis jetzt habe ich es immer noch irgendwie geschafft die Anzahl meiner Anfälle zu senken.

Ich hoffe einfach es bleibt lange so.
Titel: Eins sein mit dem Schmerz ?
Beitrag von: Knorpel am 23:46, 28.02.2011
Na, das ist doch schön. Dann kannst Du Dich auch entspannen, und das ist dann noch besser für den Kopf. :)