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Gerd_SDT Gerd_SDT ist männlich


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Zitat:
Original von Doroab Herbst ist die Behandlung mit den CGRP-Antikörpern auch in Deutschland zugelassen.

Herbst ist ein dehnbarer Begriff, weißt Du da Näheres?

Auch wüßte ich gern, welches / welche Präparat(e) da zugelassen sein sollen, mein Apotheker wußte da nämlich nichts davon.

LG
Gerd

17 Sep, 2018 23:56 53 Gerd_SDT ist online Beiträge von Gerd_SDT suchen Nehmen Sie Gerd_SDT in Ihre Freundesliste auf
BarbaraD BarbaraD ist weiblich


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Lieber Gerd,
die Wetterwechsel halten mich derzeit immer wieder auf Abstand von allem, daher erst jetzt mal wieder eine Reaktion. Dieses Jahr ist echt ein fieses Migränejahr.

Zitat:
Original von Gerd_SDT
Unbeschadet meiner rheumatoformen Beschwerden hat meine Rheumatologin aber außer einer kurzzeitigen Cortisonstoßtherapie eine Cortisonbehandlung abgelehnt, jedenfalls als Dauertherapie. Ihrem Bekunden zufolge käme das erst in Frage, wenn sie mit eigenen Augen festgestellt habe, daß ich geschwollene und überwärmte Gelenke oder Sehnen habe. Das Blöde ist, daß mir zwar schubweise an vielen Stellen des Körpers Sehnen und Gelenke massiv schmerzen und sich teilweise wie aufgepumpt anfühlen, aber sich äußerlich keine auffälligen Schwellungen oder Überwärmungen erkennen lassen.


Das sehen nicht alle Ärzte so. Ich wurde zu Beginn meiner Rheumakarriere über einige Wochen mit Cortison therapiert, obwohl ich nie Schwellungen oder Rötungen hatte. Auch alle Blutwerte waren (und sind immer noch) negativ. Die damalige Rheumatologin hat allerdings meine Fingerhaltung als recht eindeutig interpretiert. Den Händen sah man wohl die Schmerzen an. Und Cortison über ein paar Wochen schien ihr der sanfteste Weg, mit dem es eventuell anschließend weg sein könnte.
Ich sollte das selbständig ausschleichen und hing damit etwa ein Jahr am Cortison. Danach ging es dann allerdings mit anderen Mitteln weiter..
Du bist vermutlich schon mit einer anderen Basistherapie behandelt, wenn Du bei einer Rheumatologin bist? Zusätzlich Cortison zur Basistherapie gibt es ja auch mal, allerdings eher als Stoßtherapie, stimmt. Ich dachte nur, der Artikel und die zitierten Studien könnten etwas von einem Cortisonversuch überzeugen. Neurologen geben Cortison (Prednisolon) ja aber auch mal stoßweise.

Das Sjogren-Syndrom fing erst später an, mit dem ich auf Hydroxqloroquin umgestellt wurde. Später fing dann auch die Familien-Psoriasis an, deswegen bin ich schließlich auf Methotrexat umgestiegen worden.


Zitat:
Original von Gerd_SDT
Das genannte Amitriptylin wurde übrigens bei mir auch mal getestet, ich bin mit den Nebenwirkungen überhaupt nicht klargekommen, so daß der Versuch schließlich abgebrochen werden mußte.


Bei mir geht das zwar noch, aber es wirkt nicht. Allerdings ist die Dosis auch noch sehr mini. Mal sehen.

Zitat:
Original von Gerd_SDT
Das Sjögrensyndrom ist eine Autoimmunerkrankung und daher eher mit Deiner offenbar bestehenden Rheumaerkrankung verknüpft, als mit der Migräne. Die Triptaneinnahme kann vorübergehend zu ähnlichen Symptomen führen, wie das Sjögrensyndrom.


Naja. Die Migräne hat tatsächlich bei mir nichts damit zu tun, stand auch nie in Frage - allerdings gibt es durchaus bei dem Sjogren-Syndrom auch Migräne als mögliches Symptom. Daher ist der Rheumatologe durchaus mit solchen Dingen bewandert. Allerdings sagt der auch gern mal, man könne ja sowohl Flöhe als auch Läuse haben, man muss also nicht alles als ein Ding verstehen.
Sjogren tritt oft als eine Steigerungsform der Arthritis auf, bei der eben nicht mehr nur Gelenke angegriffen werden, sondern auch Tränendrüsen und andere Drüsen - ganz andere Liga als Nebenwirkungen von Triptanen. Ich hatte beispielsweise erst eine geschwollene Zunge wegen trockenem Mund, dann trockene, entzündete Augen und eine ziemlich fiese Mundschleimhautentzündung. Aber das alles kam erst eine Weile nach schmerzhaften, steifen Gelenken, die da schon etwa zwei Jahre behandelt wurden.

Sjogren und Triptannebenwirkungen sind also nicht so wirklich vergleichbar.. Sjogren und Arthritis hab ich inzwischen nur halbwegs mit Medikamenten (inzwischen Methotrexat) und hohen Dosen an Vitamin D im Griff, und regelmäßiger manueller Therapie für die Hände..
Die Migräne dagegen hat dieses Jahr vor allem eher mich im Griff.

Zitat:
Original von Gerd_SDT
Ja die Wetterfühligkeit, das ist das Problem, aber wie lösen wir das?


Auf den Mond ziehen? Oder einfach in einen Astronautenanzug..

Welche Behandlung bekommst Du denn für die rheumatische Erkrankung?

liebe Grüße
Barbara

18 Sep, 2018 07:03 34 BarbaraD ist offline Email an BarbaraD senden Beiträge von BarbaraD suchen Nehmen Sie BarbaraD in Ihre Freundesliste auf
BarbaraD BarbaraD ist weiblich


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Guten Morgen,

Zitat:
Original von Gerd_SDT
Zitat:
Original von Doroab Herbst ist die Behandlung mit den CGRP-Antikörpern auch in Deutschland zugelassen.

Herbst ist ein dehnbarer Begriff, weißt Du da Näheres?

Auch wüßte ich gern, welches / welche Präparat(e) da zugelassen sein sollen, mein Apotheker wußte da nämlich nichts davon.

LG
Gerd


Erenumab (Wirkstoffname) ist bereits in Europa zugelassen, noch ganz frisch. In den USA läuft es unter dem Namen Aimovig, vermutlich wird das auch der Name hier.
Fremanezumab (Handelsname Ajovy) wurde geraden diesen Freitag in den USA zugelassen, das wird also in ein paar Monaten vermutlich auch in der EU durchkommen.

Erenumab gibt es vom Neurologen bei Migräne. Der Apotheker soll mal nachlesen.. ;)
liebe Grüße!
Barbara

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von BarbaraD am 18 Sep, 2018 07:10 42.

18 Sep, 2018 07:09 54 BarbaraD ist offline Email an BarbaraD senden Beiträge von BarbaraD suchen Nehmen Sie BarbaraD in Ihre Freundesliste auf
Gerd_SDT Gerd_SDT ist männlich


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Liebe Barbara,

vielen Dank für Deine ausführlichen und informativen Beiträge.

Meine Rheumatologin hat bei mir als Verdachtsdiagnose Psoriasisarthritis vermerkt, es könnte aber auch seronegatives Rheuma sein. Eine Basistherapie lehnt sie ab, solange sie bei mir keine geschwollenen oder überwärmten Gelenke festgestellt habe. Außerdem ist das bei mir wegen der Niereninsuffizienz so eine Sache, diese würde sich beschleunigen, wenn die bei einer Basistherapie gängigen Medikamente zum Einsatz kämen.

Die kurze Stoßtherapie mit Prednisolon ging meiner Erinnerung nach nur über vier oder fünf Tage, brachte aber kurzzeitig tatsächlich eine deutliche Besserung sowohl bei den Fingern als auch - als positiver Nebeneffekt - in Sachen Migräne.

Gegenwärtig findet keine rheumatologische Behandlung statt, ich soll erst wiederkommen, wenn etwas heiß oder dick ist, vorher sei das ohne Nutzen. Ich habe Arcoxia zur Hand, um im Akutfall mal eingreifen zu können, mehr aber auch nicht. Als vor einigen Wochen mein Knie tatsächlich mal geschwollen und heiß war, waren sowohl die Rheumatologin als auch meine Hausärztin gerade im Urlaub. Wie das immer so paßt.

Wegen der Antikörper werde ich nochmal nachhaken, hast Du die schon verabreicht bekommen?


LG
Gerd

18 Sep, 2018 12:55 02 Gerd_SDT ist online Beiträge von Gerd_SDT suchen Nehmen Sie Gerd_SDT in Ihre Freundesliste auf
Gerd_SDT Gerd_SDT ist männlich


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So, ich bin gerade aus der Apotheke zurück. Zwar findet sich dort der Wirkstoff Erenumab bereits in der Liste, aber noch kein Handelsprodukt das diesen Wirkstoff enthält. Somit ist in Deutschland unverändert kein Antikörperprodukt für die Therapie erhältlich.

20 Sep, 2018 13:58 40 Gerd_SDT ist online Beiträge von Gerd_SDT suchen Nehmen Sie Gerd_SDT in Ihre Freundesliste auf
Doro Doro ist weiblich
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Ich werde euch berichten, ich habe im Oktober den nächsten Termin in der Neurologie hier bei uns im EK bei Prof. Katsarava, ein Experte in der Behandlung verschiedener Migräneformen.
Normalerweise bekomme ich dort alle drei Monate Botox gespritzt, beim letzten Mal habe ich ihn gefragt, ob ich im Oktober die GRCP-Antikörper bekommen könnte und er hat das bejaht....mal schauen, ob sie dann zu erhalten sind oder noch nicht grinsend

_______________
LG
Doro


What if I fall?
Oh, but my darling, what if you fly.

20 Sep, 2018 14:54 18 Doro ist offline Email an Doro senden Beiträge von Doro suchen Nehmen Sie Doro in Ihre Freundesliste auf
Gerd_SDT Gerd_SDT ist männlich


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Ich bin gespannt, viel Glück! grinsend

21 Sep, 2018 00:34 28 Gerd_SDT ist online Beiträge von Gerd_SDT suchen Nehmen Sie Gerd_SDT in Ihre Freundesliste auf
BarbaraD BarbaraD ist weiblich


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Pardon, lieber Gerd,
ich war wieder völlig überlastet und konnte mich nicht aufraffen, etwas Sinnvolles zu tun in meinen freien Minuten.. aber jetzt.

Zitat:
Original von Gerd_SDT
Meine Rheumatologin hat bei mir als Verdachtsdiagnose Psoriasisarthritis vermerkt, es könnte aber auch seronegatives Rheuma sein. Eine Basistherapie lehnt sie ab, solange sie bei mir keine geschwollenen oder überwärmten Gelenke festgestellt habe. Außerdem ist das bei mir wegen der Niereninsuffizienz so eine Sache, diese würde sich beschleunigen, wenn die bei einer Basistherapie gängigen Medikamente zum Einsatz kämen.

Die kurze Stoßtherapie mit Prednisolon ging meiner Erinnerung nach nur über vier oder fünf Tage, brachte aber kurzzeitig tatsächlich eine deutliche Besserung sowohl bei den Fingern als auch - als positiver Nebeneffekt - in Sachen Migräne.

Gegenwärtig findet keine rheumatologische Behandlung statt, ich soll erst wiederkommen, wenn etwas heiß oder dick ist, vorher sei das ohne Nutzen. Ich habe Arcoxia zur Hand, um im Akutfall mal eingreifen zu können, mehr aber auch nicht. Als vor einigen Wochen mein Knie tatsächlich mal geschwollen und heiß war, waren sowohl die Rheumatologin als auch meine Hausärztin gerade im Urlaub. Wie das immer so paßt.



Ohje. Das ist mies und schreit nach Arztwechsel - wenn es denn so einfach wäre.. Je nach Wohnort hast Du ja kaum eine Chance, Rheumatologen zu finden. Ist Deine Pso denn halbwegs therapiert? Oder ist die nicht so schlimm? Bei mir ist es ja vermutlich auch die Familien-Psoriasis, die bei mir ausnahmsweise eben nur mal mit den Gelenken anfing. Mit dem Hydroxychloroquin wurde die ja sehr viel schlimmer.
Wenn Du Schmerzen und Beweglichkeitseinschränkungen hast, wäre es vielleicht eine Idee, das beim Orthopäden (?) dokumentieren zu lassen - oder Dir wenigstens Physiotherapie verschreiben zu lassen, damit die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke besser wird.
Nicht alle Gelenke werden rot und dick. Wie schon mal gesagt, ich mach das erst seit etwa 7 Jahren mit, aber trotz fehlender äußerlicher Zeichen wurde ich behandelt, nicht erst als Augen und Mund entzündet waren.
Noch ein Tip: führ ein Schmerztagebuch, am Einfachsten per App. Empfiehlt sich auch für die Migräne, da sieht man ja auch nicht von außen, wie massiv man betroffen ist, und manche Ärzte nehmen es sonst nicht ernst. Dokumentier die Schmerzen, wann und wo sie auftreten, ob nach Ruhe oder Bewegung, und dann geh mit der Übersicht zum Arzt. Chronische Schmerzen unbehandelt lassen und eine rheumatische Erkrankung trotz Verdachtsdiagnose und akuten Symptomen ohne Basistherapie lassen ist unverantwortlich. Die Gelenke kannste ja nach ein paar Jahren in den Müll schmeißen... :(
Und wenn was akut rot, dick oder sonstwie ist, geh damit zu irgendeinem Arzt, damit es dokumentiert ist. Dann ist der Urlaub vom Facharzt auch egal.

Zur Niereninsuffizienz: es gibt gerade bei den rheumatischen Erkrankungen ein großes Sammelsurium an Mitteln. Da wird auch was dabei sein, das verträglicher für die Nieren ist.
Hast Du Deine Vitamin D-Werte im Blick? Das kann bei Pso & Rheuma auch einen großen Unterschied machen. Wird von Rheumatologen dann auch in großen Mengen verschrieben, bei mir macht es auch spürbar was aus, zumindest bei Haut und Augen.


Zitat:
Original von Gerd_SDTWegen der Antikörper werde ich nochmal nachhaken, hast Du die schon verabreicht bekommen?



Ich bekomme noch nichts dergleichen, ich bin gerade erst mit Amitriptylin eingestiegen (genau wie Du mit Deinem Rheuma hab ich mich jahrelang bei der Migräne quasi abwimmeln lassen). Bin sehr gespannt, was bei den Übrigen hier beim nächsten Arzttermin rauskommt!! Ich hoffe da auch für mich drauf, ich hab endlich eingesehen, dass es ohne Prophylaxe einfach nicht geht.

liebe Grüße
Barbara

01 Oct, 2018 13:36 17 BarbaraD ist offline Email an BarbaraD senden Beiträge von BarbaraD suchen Nehmen Sie BarbaraD in Ihre Freundesliste auf
BarbaraD BarbaraD ist weiblich


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Liebe Doro,

klasse, ich bin echt gespannt! Vielleicht sind die Firmen etwas überrascht worden, wie schnell das doch plötzlich mit der Zulassung lief.. ging ja jetzt rasant.

liebe Grüße!
Barbara

Zitat:
Original von Doro
Ich werde euch berichten, ich habe im Oktober den nächsten Termin in der Neurologie hier bei uns im EK bei Prof. Katsarava, ein Experte in der Behandlung verschiedener Migräneformen.
Normalerweise bekomme ich dort alle drei Monate Botox gespritzt, beim letzten Mal habe ich ihn gefragt, ob ich im Oktober die GRCP-Antikörper bekommen könnte und er hat das bejaht....mal schauen, ob sie dann zu erhalten sind oder noch nicht grinsend

01 Oct, 2018 13:47 42 BarbaraD ist offline Email an BarbaraD senden Beiträge von BarbaraD suchen Nehmen Sie BarbaraD in Ihre Freundesliste auf
Gerd_SDT Gerd_SDT ist männlich


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Ein Arztwechsel ..., ja, der läge nahe. Aber meine Heimatregion hat einen Notstand bei der Versorgung mit Ärzten allgemein und Fachärzten im Besonderen. Das wird noch schlimmer werden, da hier ein Drittel der gegenwärtig noch tätigen Ärzte bereits über 60 sind und in den nächsten Jahren aufhören.

Zum heutigen Tag der deutschen Einheit paßt es ganz gut darauf aufmerksam zu machen, daß Arbeit im Osten auch heutzutage noch erheblich schlechter bezahlt wird als im Westen. Aus diesem Grunde gehen junge Ärzte nach dem Studium nur in seltenen Einzelfällen in den Osten, der nicht nur eine schlechtere Bezahlung verheißt, sondern auch Nachteile in vielerlei anderer Hinsicht.

Mein Dorf hat zwar einen Bahnhof, nur hält dort seit 25 Jahren kein einziger Zug mehr. Dreimal am Tag fährt ein Bus, aber am Wochenende fährt gar nichts. Selbst in Frankfurt (Oder), einem sogenannten Oberzentrum, gibt es seit Jahrzehnten kein einziges Kaufhaus mehr. Die meisten kulturellen Einrichtungen sind verschwunden. Viele Handelsunternehmen wie beispielsweise C&A haben sich nach 1990 hier zunächst etabliert, aber längst ihre Tore geschlossen, weil hier schlicht die Kaufkraft fehlt.

In der nahegelegenen Kreisstadt haben sich inzwischen sämtliche Krankenkassen verabschiedet, ebenso einige Banken. Auch das Kaufhaus wurde vor 12 Jahren bereits geschlossen. Das für uns nächstgelegene Kaufhaus wäre in Berlin, verbunden mit einer beschwerlichen Tagesreise, die viele Alte oder Kranke gar nicht bewältigen können. Wer soll in so eine Gegend ziehen wollen? Das Einzige was hier vorwärts geht, ist die Vielzahl der verhaßten Windräder, mit denen hier alles rücksichtslos zugebaut wird.

Ein Arzt aus Thüringen hatte sich in unserem Dorf ein großes Grundstück gekauft und wollte sich hier ein Haus bauen, das seine Arztpraxis, die Tierarztpraxis seiner Frau und sein Wohnhaus werden sollte. Er hatte das Grundstück bereits von Wildwuchs beräumt und baufertig vorbereitet, dann wurde bekannt, daß knapp einem Kilometer vor unserem Ort der "Windpark" von bisher drei kleinen Anlagen auf ein Dutzend riesige Neuanlagen erweitert wird. Der Arzt packte seine Koffer und zog zurück nach Thüringen, weil er nicht auch noch die gesundheitlichen Belastungen und Gefahren der vielen Windräder in Kauf nehmen wollte.

Bei Rheumatologen habe ich in für mich noch erreichbarer Entfernung keine Alternative zu der Rheumatologin, die sich weigert eine Therapie zu starten, solange ich ihr kein überwärmtes und geschwollenes Gelenk vorzeigen kann.

Eine Art Schmerztagebuch zu führen, ist bei Migräne durchaus üblich. Ich geriet aber an einen Gutachter, der im Auftrag des Sozialgerichts meinen Gesundheitszustand feststellen sollte. Diesem legte ich mein Migränetagebuch als Dokumentation der ungewöhnlichen Migränehäufigkeit vor. Das hat mir nicht etwa geholfen, sondern er erklärte mich kurzerhand zu einem psychisch Gestörten, der "sein ganzes Denken auf seine Migräne verengt und diese zum Mittelpunkt seines Lebens gemacht habe". Die von meiner Neurologin gewünschte Dokumentation fiel mir also auf die Füße, weil es vom Gutachter so ausgelegt wurde als würde ich krampfhaft versuchen "Leiden zu dokumentieren und so zu rechtfertigen, daß ich mich aus dem Leben und sozialen Kontakten weitgehend zurückgezogen habe".

Der Gutachter machte aus der organischen Erkrankung Migräne eine psychisch bedingte Folgeerkrankung, nach dem Motto der Patient beschäftigt sich zu sehr mit "seinen Beschwerden". Es steht zu erwarten, daß man diese zweifelhafte Diagnose künftig noch dadurch bestätigt sehen könnte, wenn ich jetzt auch noch anfinge ein Tagebuch über rheumatische Beschwerden zu führen, auch wenn ich in diesen Tagen tatsächlich kaum kriechen kann, weil ich solche Schmerzen habe.

Vitamin D ist bei mir okay. Psoriasisbeschwerden habe ich kaum, aber diese Erkrankung liegt in meiner Familie, so daß die Rheumatologin es für möglich hielt, daß meine Gelenkbeschwerden damit zu tun haben. Beim Orthopäden habe ich als scheiß Kassenpatient einen Termin erst Ende Mai 2019 bekommen, nachdem ich offensichtlich vor drei Wochen einen Bandscheibenvorfall erlitten habe. Das macht sich sehr gut, wenn ich zum Erbrechen eine vorgebeugte Körperhaltung eingenommen habe und mich dann nicht mehr normal aufrichten kann. Das benötigt jetzt zwei bis drei Minuten und mehrere Anläufe bei erheblichen Schmerzen, bis die BS sich mal wieder zurück in ihr Fach bewegt.

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Gerd_SDT am 03 Oct, 2018 12:56 12.

03 Oct, 2018 12:52 27 Gerd_SDT ist online Beiträge von Gerd_SDT suchen Nehmen Sie Gerd_SDT in Ihre Freundesliste auf
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Hallo zusammen

Ich bin soeben von einem Besuch aus Berlin zurück. Als Schweizer muss ich sagen, Chapeau für Eure Hauptstadt, denn sie ist voller Geschichte, Moderne, sauber und sehr interessant, wirklich sehr schön!

@Lieber Gerd
Ich kann dies mit dem "psychisch Gestörten" völlig nachvollziehen, denn wieviel mal musste ich hören, das Ganze sei nur psychosomatisch oder eben gar eine psychische Störung, bis man nach unzähligen Jahren endliche herausgefunden hat, dass das Ganze mit einer Migränekomplikation zusammenhängt. Viele Ärzte wissen nicht mal, dass es Visual Snow gibt. Als ich gestern von Berlin die Nacht durch mit dem Auto nachhause fuhr, hatte ich ein starkes Flimmern vor den Augen und ein starkes Pfeiffen in den Ohren, und frage mich, wie ich die ganze Strecke von Berlin in die Schweiz bei Dunkelheit geschafft habe. Dazu plagt mich dieser ständige linksseitige Kopfdruck gegen den ich 120 mg Cymbalta verschrieben erhalten habe. Vielleicht kennst Du dieses Medikament, aber ich habe meinen Neurologen schon avisiert, dass es bei mir nichts bringt. Leider bin ich nur ein Versuchskaninchen für verschiedene Medikamente, für die man kaum Nachweise hat, dass sie bei solchen Migränephänomenen etwas bringen. Etwas positives kann ich trotzdem berichten, dass ich seit über zwei Jahren keine echten visuellen Auren mehr gehabt habe. Davon kannst Du wahrscheinlich träumen, aber bei mir sind die anderen Symptome konstant und schränken die Lebensqualität beträchtlich ein. Es ist nur komisch, wenn die Auren kommen, kommen sie multipel, also bis vier mal täglich in ein paar Episoden und danach habe ich wieder zwei bis drei Jahren Ruhe. Nun hoffe ich, dass ASS etwas gegen die Auren bewirkt, denn diese sind für mich das Schlimmste.

Wegen des Psychos kannst Du mir vertrauen, dass Du wie ich sicher keiner bist, sondern nur ein Opfer einer Krankheit, die einfach noch viel zuwenig erforscht worden ist und das Leben für viele Menschen zum Albtraum macht und einem zur Verzweiflung bringt.

Ich hoffe Du hast ein möglichst anfallfreies und schönes Wochenende.

LG
Sufferer

06 Oct, 2018 12:46 36 @Sufferer ist offline Email an @Sufferer senden Beiträge von @Sufferer suchen Nehmen Sie @Sufferer in Ihre Freundesliste auf
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Danke für die guten Wünsche, Sufferer. grinsend

Momentan macht mir der Bandscheibenvorfall arg zu schaffen, Freitag war ich deswegen beim Arzt, der die Schmerzen in der Schulter und dem Schulterblatt aber für eine Muskelzerrung oder einen Muskelfaserriß hält, obwohl die diffusen Schmerzen und Gefühlsstörungen dort, die bis in Arm und Hand ausstrahlen, augenblicklich nachlassen, wenn ich mir an einer ganz bestimmten Stelle ein festes Kissen in die LWS presse und so ein Hohlkreuz erzeuge. Für mich ist das eindeutig eine Folge des BSV. Das Beste kommt erst noch, ich habe eine Verordnung für Fangobehandlung und manuelle Therapie bekommen, um die Beschwerden der Lumbalgie zu lindern. Aber der erste Behandlungstermin ist erst in 5 (!) Wochen, vorher ist hier kein Termin zu bekommen. Nachts weiß ich kaum noch wie ich vor Schmerzen liegen soll, Arcoxia und Ortoton bringen fast nichts, aber mein Arzt verweist darauf, ich möge doch erst einmal die Physiotherapie durchlaufen. In 5 Wochen.

09 Oct, 2018 12:53 51 Gerd_SDT ist online Beiträge von Gerd_SDT suchen Nehmen Sie Gerd_SDT in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Gerd
Das tut mir sehr leid, dass Du nebst der Migräneplage nun noch an zusätzlichen Schmerzen leidest.
Ist die ärztliche Versorgung bei Euch in den ostdeutschen Bundesländern denn so dünn verteilt,
denn es kann ja nicht sein, dass man als Schmerzpatient so lange auf eine Behandlung warten musst, das ist ja ein Skandal, auch dass man Dir keine wirksamen Medikamente gegen die Schmerzen geben kann! Ich kenne auch Rückenbeschwerden, denn ich habe eine leicht verbogene Wirbelsäule und habe immer wieder Hexenschüsse. Das haut einem immer wieder so eine rein, dass man die Wände hoch gehen könnte. Zum Glück dauert dies immer nur ein paar Tage und dann ist der Spuk vorbei. Aber ein Bandscheibenvorfall ist etwas ernsteres, das schnellstens behandelt werden muss. Meinem Vater wurden ein paar Wirbel versteift und seit dem geht es ihm besser, auch wenn er immer noch über Rückenprobleme klagt, aber lange nicht mehr so schlimm wie früher. Wegen meines Tinnitus frage ich mich, ob ich mir so ein Gerät zutun sollte, das das Pfeifen neutralisiert. Ich habe mit einem Akustiker gesprochen und er hat es mir empfohlen, aber sagte mir auch, dass die Krankenkassen nichts übernehmen würden. Auf der anderen Seite habe ich mich schon an das ewige Gepfeife gewöhnt. Der Tinnitus ist übrigens bei Schwindelmigräne wie bei meiner sehr häufig verbreitet. Wegen meines Visual Snow finde ich nun verschiedene Plattformen und Foren aus den USA. Hier in Europa und v.a. in der winzigen Schweiz findet man sowieso nichts Gescheites. In San Francisco laufen übrigens Studien mit Visual Snow Probanden. Ich war ja vor ca. drei Jahren in München, in der Neurologischen Uniklinik Grosshadern, habe aber seither nichts mehr über die Resultate der Studie gehört. Ich bin auch skeptisch, dass je eine Therapie gefunden wird, die diese eigenständige Krankheit lindern kann. Ich gehe davon aus, dass es eine angeborene funktionelle Störung in der Verarbeitung der Sehinformationen ist, die aber irgendwie mit der Migräne, die ja auch genetisch ist verlinkt ist.
Nun hoffe ich, dass es rasch möglichst wenigstens ein wirksames Schmerzmittel für
Dich gibt, wenn Du solange auf eine Physiotherapie warten musst, denn Du bist ja weis
Gott auch mit dieser komplizierten Migräne mehr als bedient.
Übrigens nebenbei, ich habe auch Wurzeln in deutschen Ostgebieten. Mein Grossvater kam aus der Nähe von Waldenburg in Niederschlesien.

Alles Gute und LG!
Sufferer

09 Oct, 2018 19:10 53 @Sufferer ist offline Email an @Sufferer senden Beiträge von @Sufferer suchen Nehmen Sie @Sufferer in Ihre Freundesliste auf
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Erst gestern sprach ich mit einem Freund aus der Nähe von Hannover über den hiesigen medizinischen Notstand. Auf einen Termin bei einem Orthopäden wartet man hier als Kassenpatient 7 bis 8 Monate, auf einen Termin beim Augenarzt 8 Monate, auf einen Termin bei einem Hautarzt 6 bis 7 Monate, auf einen Zahnarzttermin ohne Akutfall 5 bis 6 Monate und auf einen Termin beim Urologen 6 Wochen. 5 Wochen Wartezeit auf eine Physiotherapie passen da gut ins Bild.

Für diese Probleme gibt es klare Ursachen, so die Überalterung der hiesigen Bevölkerung, da die meisten jungen Leute in den Westen abgewandert sind. Ostdeutschland hat seit 1990 dadurch fast 2 Mio Einwohner (von 17 Mio) verloren. Die Verteilschlüssel für Ärzte berücksichtigen zwar Einwohnerzahlen, aber nicht die Besonderheit der überdurchschnittlich vielen alten Menschen, die naturgemäß öfter als Junge ärztliche Hilfe brauchen.

Die wesentlich schlechtere Vergütung der Ärzte im Osten sprach ich bereits an.

Waldenburg ist mir ein Begriff, das heißt heute Walbrzych und gehört jetzt zu Polen. Dort wird ja dieser ominöse Nazipanzerzug vermutet, der sich nahe Waldenburg in einem gesprengten Tunnel befinden soll. Auch Schloß Fürstenstein ist ein Begriff, ein Freund war erst vor drei Wochen dort.

10 Oct, 2018 00:37 58 Gerd_SDT ist online Beiträge von Gerd_SDT suchen Nehmen Sie Gerd_SDT in Ihre Freundesliste auf
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